Anhand des Originals berichtigte Übertragung

und Übersetzung der Urkunde

Von Klaus-D. Schreiber, Institut für vergleichende Städtegeschichte - Münster, Westfalen

 

 

Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit Arnold, von Gottes Gnaden Erzbischof der heiligen Kirche Köln.

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Schenkungsurkunde mit Ersterwähnung des

Namens „Cappel“ aus dem Jahre 1138/1139

 

Glücklich sind die, sagt Veritas, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, bis sie selbst gesättigt sind. Mit dieser Sättigung wünschen wir nicht allein uns, sondern alle, die für Christen gehalten werden, erfüllt zu sein, und wir laden sie ein, die Gerechtigkeit zu lieben, sich an ihr zu laben und sie zu trinken.

Daher sei allen, die die Gerechtigkeit lieben, bekannt gemacht, dass ein [Land-]Gut bei Braubach der Kirche St. Michael in Siegburg zu Zeiten Unseres Amtsvorgängers Erzbischof Friedrich von einer gewissen Gräfin namens Cunigunde von Bilstein, der Frau des Grafen Giso, übertragen worden ist. Wegen vorgekommener Krankheit hatte sie um den Rat der [Ordens-] Brüder von Siegburg für ihr Seelenheil gebeten und erbeten, dass sie dort beerdigt wird. Was dann auch geschehen ist.

Aber weil ihre Erben nicht anwesend waren, weigerten sich die Dienstmannen, die Schenkung auf den Altar zu vollziehen, bis zu deren Ankunft.

Später kam Herr Ludwig, Graf von Thüringen, mit seiner Frau, der Tochter der vorgenannten Cunigunde, und übertrug das [Land-]Gut bei Braubach, das der vorgenannten Cunigunde gehört hatte, auf den Altar St. Michaels, wobei, als ein gewisser Godebert sagte, dass es sein Lehngut sei, das der genannte Graf ihm nach dem Tod der vorgenannten Gräfin zum freien Gebrauch überlassen hatte, sich die [Ordens-]Brüder wegen einer solchen Streitigkeit weigerten, die Übertragung anzunehmen.

Nachdem sie sich beraten hatten, hat der vorgenannte Godebert sein Lehngut dem Grafen Ludwig zurückgegeben mit der Bedingung, dass er es, solange er lebt, behält, und jährlich eine halbe Fuhre Wein zum Zeugnis [des Besitzverhältnisses] liefert, und nach ihm kein Erbe sich irgendetwas aneignet, sondern es gänzlich frei der Kirche gehört.

So hat dann der genannte Graf das genannte Gut bei Braubach für das Seelenheil der genannten Cunigunde Gott auf dem Altar übergeben. Darüber hinaus hat er verfügt, dass aus seinem eigenen Besitz eine weitere halbe Fuhre Wein gegeben werden soll, solange Godebert lebt.

Nachdem dies so vertraglich geregelt war, hat der genannte Godebert auf die Reliquien der Heiligen geschworen, dass aus dem genannten Gut der Kirche kein Hindernis von ihm aus in den Weg gelegt würde, weder durch seine Zustimmung, noch durch seinen Rat, noch durch irgendeine List.

Zeugen dieser Handlung, die mit Herrn Ludwig und Godebert anwesend waren, sind: Folpertus von Hepisvelt und sein Bruder, Arnoldus senior von Bilistein, Arnoldus von Ruokelingin, Metfridus von Bilistein und sein Bruder Theodericus, Cuonradus von Ruokelingin, Gozwinus von Rospen und sein Bruder Sigebodo, Erkembertus von Rospen und sein Bruder Adelbero, Sigebodo von Hobach und sein Bruder Heinricus, Widerolt Schultheiß, Paginus, Dietmarus und Sigebodo Albus von Sehteme, Tammo von Wimere, Ludewicus von Capela, Ludewicus von Marburg,Arnoldus von Cuochenbach, Heinricus von Sconebach, Wicherus von Benesbure, Udo von Sehteme, Udo von Hanafo.

Darüber hinaus des Weiteren die Ältesten der Gemeinschaften von Rospen und Siegburg: Gerlacus Schultheiß, Wolbero, Knetelo, Sigewardus, Engilbertus, Hartmannus, Arnoldus, Guoncelinus, Becelinus, Leo, Waltherus, Bertramus, Theodericus, Everhardus, Arnoldus und andere mehr.

Damit dies alles unverletzt bestehen bleibt und weder Godebert selbst entgegen seinem Eid irgendwas hiervon zu ändern wagt, noch überhaupt irgendeiner seiner Erben es unternimmt, sich etwas hiervon anzueignen, bekräftigen wir das vorliegende Schriftstück mit unserem Siegel und verbieten im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass irgendjemand die Rechte der genannten Siegburger Kirche an dem genannten Gut verletzt. Wenn er es dennoch tut und nach einer Ermahnung nicht sofort zur Einsicht kommt, verfällt er der Apostolischen Macht und unserer Exkommunikation.