Feuerwehr
Marburg - Cappel

Historisches

Unternehmen Sie eine Reise in die Vergangenheit. Wir haben neben unserer Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Cappel seit 1926 und der Chronik des Stadtteils Cappel seit 1450 auch einige andere interessante geschichtliches für Sie aufbereitet.

023Chronik Freiwillige Feuerwehr Marburg-Cappel

 

1950-1960

 

006Da die Cappeler Wehr über zwei Gruppen verfügte, der Ort zentral gelegen war und der damalige Bürgermeister Konrad Werner sich dafür einsetzte, wurde der Wehr im November 1950 das landeseigene Tanklöschfahrzeug TLF 15 zugeteilt, welches am 25. Januar 1951 beim Zimmerbrand von Heinrich Peil in Cappel sich zum ersten Mal im Einsatz befand.

 

Bei der Jahreshauptversammlung im Jahr 1951 wurde doch tatsächlich darüber nachgedacht, die Gespann-, Handdruck- und Saugspritze aus Platzgründen zu verkaufen. Zum Glück nahm man recht schnell wieder Abstand von diesem Gedanken. 
 

007Das im Cappeler Feld, zwischen der Kreisbahn und Marburger Straße errichtete Entlassungslager brachte Cappel viel Zuwachs. Durch die Siedlung „Am Zuckerberg“ vergrößerte sich das Dorf Cappel um 1951 auf 643 Haushalte mit 2.459 Einwohnern und 304 Gebäuden mit 418 Wohnungen.

 

Am 13. Januar 1952 fuhr eine Gruppe von Feuerwehrkameraden nach Fulda, um der Gründung des Feuerwehrverbandes Kurhessen-Waldeck mitzuerleben. Von den Kameraden war jeder erfreut, diesem großen Ereignis beigewohnt zu haben. Eine große Menge Feuerwehrkameraden legten in Fulda das Bekenntnis ab: „Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr“.  

 

0081953 wurden für die Luftschutzbereitschaften und die Feuerwehren neue Ausbildungsvorschriften erstellt, nach denen alle einheitlich üben sollten.

Diese Ausbildungsvorschriften könnten die Vorläufer der heutigen Feuerwehrdienstvorschriften gewesen sein. 

 

Am 29. Mai 1953 fuhr eine Gruppe von Feuerwehrkameraden zum 1. Deutschem Feuerwehrtag in Ulm, nach dem Kriegsende. Sie feierten dieses Zusammenkommen mit einigen tausend weiteren Feuerwehrkameraden aus ganz Deutschland.

 

Die Feuerwehr Cappel veranstaltete vom 13. - 14. September 1953 das erste Kanal- und Wasserfest. Zu diesem Fest waren 32 Vereine und Feuerwehren eingeladen. Den Auftakt bildete eine Schlauchübung, wobei das Löschen eines Brandherdes, Abseilen und eine Selbstrettung vorgeführt wurde. Im Anschluss fand der Festumzug statt, woran sich viele Vereine beteiligten. Zum Abschluss feierten alle zusammen in geselliger Runde bis tief in die Nacht. Von dem Gewinn dieser Veranstaltung wurden neue Uniformen angeschafft.

Im Kreis Marburg waren nur wenige Motorspritzen vorhanden, daher musste die Cappeler Wehr eine Bereitschaftsgruppe für das Tanklöschfahrzeug (TLF 15) stellen, welche bei fast allen Bränden im Kreis eingesetzt wurde.

  

009Früher gab es den Hornisten in der Feuerwehr. Er war zuständig für die Übermittlung von Befehlen und Signalen, die als Warn-, Alarm- und Führungssignale von großer Bedeutung waren. Immer wenn es etwas zu übermitteln gab, blies der Hornist in sein Horn und die verschiedenen Töne oder Melodien wurden von den Feuerwehrleuten verstanden und in die Tat umgesetzt. Durch die sich immer mehr ausdehnende Gemeinde dauerte die Alarmierung durch das Signalhorn der Hornisten Heinrich Fus und Ernst Prause zu lange.

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Dies war der Grund, warum die Gemeinde im Jahr 1955 eine Sirene auf dem Dach des Wohnhauses von Ernst Heuser montieren ließ. Für die Betätigung der Sirene waren im Dorf drei Feuermelder angebracht sowie ein Alarmknopf im Haus von Ernst Heuser. Es wurden Signale zur Alarmierung der Feuerwehr durch die Sirene festgelegt. Ein 1 x ¾ min. langer Heulton für einen Ortseinsatz und 2 x ¾ min. langer Heulton für einen auswärtigen Einsatz.

 

Dann war es soweit, am 30. Mai 1956 heulte die Sirene der Cappeler Feuerwehr zum ersten Mal. Was war los? Kreisbrandinspektor Köster wollte feststellen, wie schnell die Alarmierung durch die Sirene dauerte. Es war ein überraschend gutes Ergebnis. Die Feuerwehr Cappel benötigte nur zwei Minuten zum Ausrücken. Eine weitere Minute später rückte schon das zweite Fahrzeug aus. Schneller ging es nun wirklich nicht. Es handelte sich hierbei jedoch legendlich um eine Alarmübung bei der Coca Cola Fabrik, wo ein Brand simuliert wurde.


 

Am 23. August 1956 ertönte die Sirene mit einem zweifachen Signal und rief die Feuerwehrmänner von Cappel zum selbstlosen Einsatz gegen den roten Hahn (Feuer) nach Mölln. Diesmal war es jedoch keine Übung. Es war ein Großbrand auf einem Bauernhof ausgebrochen. 

 

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Heinrich Schneider  

Der nun 70-jährige Heinrich Rein war nun 20 Jahre als Ortsbrandmeister tätig und wollte die Verantwortung in jüngere Hände legen.

Im Jahr 1957 wurde der Kamerad Heinrich Schneider zum neuen Ortsbrandmeister gewählt.

 

 


   

Am 28. Juli 1957 heulte die Sirene und alarmierte zu einem Werkstattbrand beim Sattler und Polsterer Konrad Fus. Es wurde ganz selten einem Brand so schnell und erfolgreich zu Leibe gerückt, wie bei diesem. Die Kameraden der Cappeler Wehr waren fast alle zur Stelle. Die äußerst schnelle Brandbekämpfung des Brandherdes war in erster Linie dem an der Brandstelle gelegenen Feuerlöschteich zu verdanken.

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2010 - Feuerlöschteich Umgehungsstraße

 

Bei der Jahreshauptversammlung im Jahr 1958 sprach man sich für die Einführung einer Brandschutzsteuer, zwecks Erstellung des Gerätehauses, aus.

 

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Das erste „Hessische Brandschutzgesetz“ trat am 19. Mai 1951 in Kraft und löste das bis dato gültige „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ aus dem Jahr 1938 einschließlich der sieben hierzu ergangenen Durchführungsverordnungen ab.

Den Städten und Gemeinden wurde der Brandschutz als kommunale Selbstverwaltungsangelegenheit zugewiesen, sie wurden als Träger der Feuerwehr bestimmt und es wurde vorgeschrieben, dass jede Gemeinde eine Feuerwehr aufstellen muss. Dadurch wurden die Aufgaben des Brandschutzes in den gemeindlichen Hoheitsbereich integriert.

  

Da die Wehr über zwei Fahrzeuge verfügte, die in der Marburger Straße und auf dem alten Schulhof getrennt untergebracht waren und die Wehr über keinen Schulungsraum verfügte, wurde der Ruf nach einem Gerätehaus immer dringender. Die Gemeindeverwaltung und der Vorstand beschlossen, ein neues Gerätehaus auf dem alten Schulhof zu erstellen.

 

014Am 11. Dezember 1958 wurde das Gerätehaus erbaut und  vom 14. - 15. Mai 1960 feierlich eingeweiht. An der Fertigstellung war die Wehr mit viel Eigenleistung tatkräftig beteiligt.

015Eine Schauübung wurde absolviert, um den Besuchern die Arbeit der Feuerwehr näher zu bringen. Im Gerätehaus waren ein Schulungsraum, eine Werkstatt, ein Schlauchturm, eine Wohnung für den Gerätewart, sowie drei Fahrzeuggaragen untergebracht. Bürgermeister Konrad Hahn gab seiner großen Freude darin Ausdruck, indem er sagte: „Ich bin froh, alle Geräte unter einem Dach zu haben und wir somit eine stets einsatzbereite schlagkräftige Feuerwehr besitzen“.

 

 

downloadZeitraum 1950 bis 1960

 

 

 

 

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