Feuerwehr
Marburg - Cappel

Historisches

Unternehmen Sie eine Reise in die Vergangenheit. Wir haben neben unserer Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Cappel seit 1926 und der Chronik des Stadtteils Cappel seit 1450 auch einige andere interessante geschichtliches für Sie aufbereitet.

023Chronik Freiwillige Feuerwehr Marburg-Cappel

 

1970-1980

 

Die Kameraden Georg Kühn, Leo Wißner und Werner Kuhl wurden von Vizepräsidenten Albert Brahm der luxemburgerischen Jugendfeuerwehr am 23. Januar 1970 besucht. Anlass war die Auszeichnung II Stufe des Luxemburgischen Feuerwehrverbandes für die Arbeit in der Jugendfeuerwehr auf internationaler Ebene.

 

In der Presse war am 11. Februar 1970 zu lesen, dass man sich an einer Besprechung auf ein einheitliches Alarmsystem der Freiwilligen Feuerwehr, der an das Fernsprechernetz Marburg angeschlossenen Gemeinden, einigte. Ein Gremium mit Landrat Dr. Vilmar, Kreisbrand-inspektor Heinrich Stenner und den Bürgermeistern und Ortsbrandmeistern aus Cappel, Wehrshausen, Marbach, Cölbe, Wehrda, Ginseldorf und Bauerbach kamen zu dieser Besprechung zusammen. Jede Gemeinde bekam ein Funkgerät FuG 7b und eine Sirenensteuerungsanlage. Die Alarmierung sollte in Zukunft über Funk erfolgen.

 

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Ein lang gehegter Wunsch der Cappeler Kameraden ging in Erfüllung. Am 13. November 1970 wurden in die Cappeler Feuerwehrfahrzeuge Funkgeräte (Telefunken FuG 7b) eingebaut.

Diese Funkausrüstung war als ein wesentlicher Fortschritt der Verbesserung des Brandschutzes zu bezeichnen.

 

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Das Brandschutzgesetz aus dem Jahr 1951 wurde am 01. Januar 1971 durch das „Gesetz über den Brandschutz und die Hilfeleistung der Feuerwehren (Brandschutzhilfeleistungsgesetz)“ ersetzt.

Entsprechend der zusätzlichen Aufgaben der Feuerwehren im Bereich der technischen Hilfeleistung wurden die Aufgaben der Feuerwehren in diesem Bereich jetzt auch im Gesetz geregelt.

 

 

Mit einer Verpflichtungserklärung verpflichtete sich unser Kamerad Hans-Heinrich Weise für 10-jährigen Dienst im Katastrophenschutz bei der Freiwilligen Feuerwehr Cappel. Mit einem Schreiben des Kreisausschuss vom 05. Januar 1971 wurde mitgeteilt, dass er vom Wehrdienst freigestellt war und sich stattdessen für den Katastrophenschutz verpflichtete. Dies sollte in der Feuerwehr Cappel nicht die einzigste Freistellung bleiben.

 

In der Feuerwehr bekamen die Cappeler Männer Anfang 1971 weibliche Konkurrenz. Passive Mitgliedschaften von Feuerwehrfrauen hatte es schon überall gegeben. Schließlich sind die Feuerwehrfrauen ohnehin an der Tätigkeit ihrer Männer beteiligt - zumindest mit ihrem Verständnis für deren schweren Aufgaben. Dass aber nun die Emanzipation der Frau auch vor dem aktiven Feuerwehrdienst nicht Halt machte, dies zeigte die Cappeler Wehr. Die neue Kameradin war die Feuerwehrfrau Carola Pasquay. Von Beruf war sie Hebamme und absolvierte in Kassel eine Sanitätsausbildung.

 

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In der Strumpffabrik Ergee in Neustadt kam es am 06. März 1971 zu einem Großbrand, bei dem einen Schaden von ca. 30 Millionen DM entstand. Unsere 29 Kameraden waren natürlich mit dabei und wurden für ihren Einsatz vom Landrat und dem Hessischen Innenminister in einem Brief gelobt und mit Dank bedacht.

 

 

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Nachdem schon im Vorjahr Funkgeräte in die Feuerwehrfahrzeuge eingebaut wurden, bekam nun auch die Mannschaft am 20. April 1971 drei Handsprechfunkgeräte (Herton TR-1005), die bei der Wasserförderung über lange Wegstrecken sehr hilfreich waren.

 

 

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Fanfarencorps Großen-Linden  

Eine Delegation der Feuerwehr Cappel flog über den „Großen Teich“ in das Land der „unbegrenzten Möglichkeiten“.

Der bekannte Spielmannszug „Fanfarencorps Großen-Linden“ flog am 15. September 1971 zur „Steubenparade“ nach New York und einem Besuch in Philadelphia in die USA. Durch die gute kameradschaftliche Beziehung durften die Kameraden Georg Kühn und Peter Gerber der Cappeler Feuerwehr mitfliegen. Sie waren beim Festumzug in New York als Fahnenbegleiter dabei.

 

 

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Nachdem das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr auf dem alten Schulhof zu klein geworden war, beschloss die Gemeinde den Neubau eines Feuerwehrstützpunktes, verbunden mit dem Ausbildungszentrum  für die Hessische Jugendfeuerwehr. (Bauplatz, bisher Standort der Dreschhalle)

 

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An der Umgehungsstraße in Cappel entstand so eine neue Feuerwache. Die Kosten teilten sich die Gemeinde, der Landkreis und das Land Hessen. Um dem Neubau Platz zu machen, wurde die alte Dreschhalle, die sich zu dem Zeitpunkt aus dem Baugelände stand, abgerissen. Die Bagger rückten nun an. Der Spatenstich für den Neubau fand am 02. Juli 1971 statt.

 

 

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1960 - Lothar Schott  

Vor Jahren hatte sich auf die Initiative, von dem damaligen Schüler Lothar Schott, in dem Landschulheim Steinmühle eine Schülerfeuerwehr gebildet.

Diese wurde von der Cappeler Feuerwehr übernommen. Nun fanden sich für die Schülerfeuerwehr leider keine Schüler mehr. So entschloss man sich, die komplette Ausrüstung, die teils die Gemeinde Cappel beschafft hatte, an die Feuerwehr Cappel im Oktober 1971 abzugeben. 

 

 

 

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1971 - Rohbau fast fertig
   

Der Rohbau des Feuerwehrstützpunktes ging seiner Vollendung entgegen. Am 10. Dezember 1971 fand das Richtfest des neuen Feuerwehrstützpunktes statt.

Der Zimmermann rief vom Dach den Richtspruch herab, um dann in alter Tradition sein Glas zu leeren und zu zerschmettern. Nachdem der Bau in insgesamt 91 Arbeitstagen hochgezogen wurde, folgte der Innenausbau.

 

 

 

   

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  10.12.1971 - Richtfest

Dem neuem Feuerwehrstützpunkt wurde das Hessische Jugendausbildungszentrum der Landesfeuerwehrschule in Kassel angegliedert. Dies war die erste Jugendfeuerwehrschule in der Bundesrepublik. Im Erdgeschoss wurden Aufenthaltsräume und Ausbildungsräume und im 1. Stock Schlafmöglichkeiten für die Jugendfeuerwehrmänner eingerichtet.

 


Mit der ersten Stufe der Gebietsreform schlossen sich die Gemeinden Ronhausen, Bortshausen und Moischt freiwillig zur Großgemeinde Cappel zusammen. Die Feuerwehr Cappel bestand nun aus vier Ortsteilfeuerwehren. Am 20. März 1972 wurde von der Gemeinde- verwaltung die neue Ortssatzung für die Feuerwehren beschlossen. In jedem Ortsteil blieb eine Feuerwehr bestehen, von der Ortsbrandmeister Peter Gerber der gemeinsame Leiter war. Die Wehrführer wählte jede einzelne Wehr für sich.

 

Am 27. April 1972 trat Claudia Becker in die Jugendfeuerwehr Cappel ein. Sie war das erste und auch nicht das letzte Mädchen welches der Jugendfeuerwehr beitrat, denn nur eine Monat später folgten ihr gleich zwei weitere Mädchen.

 

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Bürgermeister Conrad Hahn übergab dem Ortsbrandmeister Peter Gerber die beiden neuen Feuerlöschfahrzeuge Löschgruppenfahrzeug LF 8 und Tanklöschfahrzeug TLF 16. 

 

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Nachdem nun der Innenausbau und die Außenanlagen fertig waren, wurde der Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr Cappel offiziell mit einer großen Einweihungsfeier vom 14. - 15. Oktober 1972 eröffnet.

 

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Am 20. März 1973 heulte wie so oft mal wieder die Feuerwehrsirene, nur mit dem Unterschied, dass es diesmal bei dem Ortsbrandmeister der Ortsteilfeuerwehr in Ronhausen brannte. Das Feuer war in der Feldscheune ausgebrochen, in der unter anderem zwei wertvolle Mähdrescher standen. Die Mähdrescher konnten gerade noch in Sicherheit gebracht werden, währenddessen das eingelagerte Stroh dem Feuer zum Opfer fiel. Durch die gute Zusammenarbeit der Ortsteilfeuerwehr Ronhausen und der Feuerwehr Cappel konnte die Hälfte der Scheune noch gerettet werden.

 

Am 25. August 1973 wurde der frühere Cappeler Jugendfeuerwehrwart Georg Kühn zum Bundesjugendleiter der Deutschen Jugendfeuerwehr gewählt.

 

Der Kamerad Hans-Heinrich Weise übernahm am 01. Mai 1973 das Amt als Jugendfeuerwehrwart. 

 

Da der bisherige Kommandowagen (1951) in die Jahre gekommen war, wurde am 21. Dezember 1973 der neue Kommandowagen direkt im VW Werk in Hannover abgeholt.

 

049Anfang 1974 bekam die Feuerwehr Cappel neue Ausrüstung. Sie erhielt 30 neue Funkalarmempfänger (SEL E202). Somit hatten sie schon insgesamt 60 Funkalarmempfänger für eine Stille Alarmierung und konnten nun jeden Feuerwehr- kameraden mit einem Funkalarmempfänger ausstatten. Diese hatten eine Dreitonfolge. Alarmiert wurden sie über die Alarmschleifen 401 - 406, somit konnten immer 10 Funkalarmempfänger gleichzeitig alarmiert werden. Dies waren die ersten Alarmschleifen in Hessen. Im Kreis Marburg-Biedenkopf war dies einzigartig. 050

Des Weiteren wurden 65 neue Feuerwehrhelme mit fluoreszierender Farbe angeschafft.

 

052053Seit 30 Jahren fand, am 25. Februar 1974 in Marburg, zum ersten Mal wieder ein Rosenmontagszug statt, an dem sich die Feuerwehr Cappel zahlreich beteiligte. Es war einer der längsten und größten Umzüge der letzten Jahre. Es hatten sich 40 geschmückte Festwagen und über 10.000 Zuschauer zum närrischen Treiben  zusammengefunden. Da die Gemeinde Cappel ja ihre Selbstständigkeit durch das Gesetz der Landesregierung aufgab, wurde die Eingemeindung als Motiv in den Festzug mit eingebracht. Daher lautete unser Motto: „Tod der Gemeinde Cappel“. Die Banner trugen die Aufschrift: „Ein Gebietsreform-Rappel, Marburg kommt zu Cappel, doch Bielefeld sagt nein und gemeindet Cappel ein!“. (Hessischer Innenminister Hanns-Heiz Bielefeld)

 

Aufgrund der Gesetzesänderung vom 01. Januar 1971 war das Land Hessen bemüht die vorgeschriebenen Stützpunktfeuerwehren im Lande Hessen einzurichten. Man suchte nach einem geeigneten Standort für eine neue Stützpunktfeuerwehr für den Südkreis. Die Gemeinde Fronhausen kam unter anderem auch in betracht. Die Aufgaben bestanden darin den Brandschutz und allgemein Hilfe für die Gemeinden Cappel, Ebsdorfergrund, Weimar und Fronhausen sicher zu stellen. Diese konnte dies aber nicht leisten und so kam man auf die Gemeinde Cappel zu. Schon im Jahr 1973 erkannte man schnell, dass die Räumlichkeiten des Jugendfeuerwehr- ausbildungszentrums zu klein wurde. Die ersten Erfahrungen hatten gezeigt, dass die Bettenzahl bei weitem nicht mehr ausreichte. Außerdem kamen immer mehr Mädchen zum Dienst in die Freiwilligen Feuerwehren, für die bisher noch keine Unterkunftsmöglichkeiten vorhanden waren. Da die Funkausbildung zunehmen immer an Bedeutung gewann, sollte ein Teil der Funkausbildung von Kassel nach Marburg Cappel verlegt werden. So kam es, dass am 15. Juni 1974 die Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau des ausgegliederten Hessischen Jugendfeuerwehrausbildungszentrums in Cappel begonnen werden konnte. Gleichzeitig wurden vom Land Hessen der Feuerwehr Cappel drei neue Fahrzeuge übergeben.

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Dies waren ein Rüstwagen (RW 1), ein Schlauchwagen (SW 1000) und ein Flutlichtfahrzeug (FLF).

 

• 1 Tanklöschfahrzeug TLF 16     
• 1 Tanklöschfahrzeug TLF 15  
• 2 Löschgruppenfahrzeuge LF8  
• 1 Rüstwagen RW 1  
• 1 Schlauchwagen SW 1000  
• 1 Flutlichtfahrzeug FLF  
• 1 Kommandowagen  Kdow  
• 1 Mannschaftswagen MTW  
• 1 Ölschadenanhänger ÖSA  
• 1 Tragkraftspritze TS 4  
• 1 Tragkraftspritze TS 8  
• 1 Pulverlöscheranhänger P 250  

Durch diese Fahrzeuge wurde es langsam eng in der Fahrzeughalle, denn die Feuerwehr Cappel besaß nun einen ganzen Fuhrpark an Feuerwehrfahrzeugen.

 

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 Die zur Cappeler Feuerwehr gehörigen Ortsteilfeuerwehren hatten an Fahrzeugen:

• 1 Löschgruppenfahrzeug LF 8                 Ortsteilfeuerwehr Moischt
• 1 Tragkraftspritzenfahrzeug TSF Ortsteilfeuerwehr Ronhausen
• 1 Tragkraftspritzenfahrzeug TSF Ortsteilfeuerwehr Bortshausen

 

059Nach der Gebietsreform am 01. Juli 1974, bei der die ehemaligen Kreise Marburg und Biedenkopf zum neuen Landkreis Marburg-Biedenkopf zusammengelegt wurden, hatte dies auch Auswirkungen auf die Gemeinde Cappel. Auch der Großstadtteil Cappel wurde eingemeindet und gehörte nun zur Stadt Marburg. Dies bedeutete auch für die Organisation des Brandschutzes in der Universitätsstadt Marburg eine Neuorientierung. Die Aufgabe und Herausforderung bestand darin, dass die 19 neue Stadteile – in den meisten dieser Orte existierten bis dato selbständige Feuerwehren – nunmehr organisatorisch und taktisch zu einer Feuerwehr zusammengeführt werden mussten. Nun hatte man zwei Stützpunktfeuerwehren (Cappel und Marburg)  in unmittelbarer Nähe und in einer großen Feuerwehr. Die Leitung über die Feuerwehr Marburg mit ihren Stadtteilfeuerwehren hatte Stadtbrandinspektor Karlheinz Merle.

 

Das Richtfest für den Erweiterungsbau des Hessischen Jugendfeuerwehrausbildungszentrums in Cappel fand am 18. Dezember 1974 statt.

 

Mit Heinz-Peter Gerber wurde am 01. März 1975 ein ehemaliger Cappeler Jugendfeuerwehrmann, in Lohra, zum 1. Kreisjugendfeuerwehrwart im neuen Kreisfeuerwehrverband Marburg-Biedenkopf gewählt und zum Kreismeister ernannt.

 

060Am 13. September 1975 fand für den Erweiterungsbau des Hessischen Jugendfeuerwehrausbildungszentrums in Cappel die Einweihung statt. Der Feuerwehrstützpunkt Cappel hatte sich im äußeren Ansehen in seiner Größe verändert. Das im Obergeschoss befindliche Hessische Jugendfeuerwehrausbildungszentrum wurde durch einen kompletten Neubau ergänzt, der sich harmonisch in das vorhandene einfügt. Weitere Räumlichkeiten wurden dadurch für den Stützpunkt Cappel frei.

 

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Georg Kühn  

061Die alten Kreisverbände sind tot, es lebe der nach einstimmigem Beschluss aus der Taufe gehobene Kreisfeuerwehrverband Marburg-Biedenkopf, in dem sich 191 Feuerwehren mit insgesamt 6.400 Mitgliedern vereinigten, um künftig einen weiteren aktiven und ausreichenden Brandschutz für die Kreisbevölkerung zu gewähren.

Als Vorsitzender des neuen Kreisfeuerwehrverbandes wurde am 21. September 1975 der vom Kreisausschuss hauptamtlich berufener Kreisbrandinspektor Georg Kühn aus Cappel gewählt.

 

  

Am 05. Dezember 1975 konnte man in der Presse lesen, dass die Feuerwehrsirenen in Cappel außer Betrieb genommen wurden. Die Sirenen wurden, auf Veranlassung von Stadtbrandinspektor Karlheinz Merle, abmontiert. Dies geschah aber nicht, wie man meinen könnte, in Absprache mit dem Ortsvorsteher von Cappel und schon gar nicht mit der Cappeller Feuerwehr. Noch verwunderlicher war, dass die Sirenen schon Tage vorher am 18. November demontiert wurden und die gesamte Bevölkerung dies erst später durch die Presse erfahren musste.

 

Durch die Eingemeindung von 18 Gemeinden zur Stadt Marburg und aufgrund der neuen Ortssatzung wurden innerhalb der Stadt Marburg drei Feuerwehrbereitschaften gebildet. Peter Gerber wurde am 15. Januar 1976 zum Bereitschaftsführer III gewählt. Die Bereitschaft III bestand aus den Feuerwehren Cappel, Ronhausen, Bortshausen und Moischt, genau die Ortsteile der ehemaligen Gemeinde Cappel.

 

Zum neuen Jugendfeuerwehrwart wurde am 30. Januar 1976 der Kamerad Walter Pawlak gewählt.

 

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Als einer der längsten bestehenden Jugendfeuerwehren im Bundesgebiet konnte die Jugendfeuerwehr am 13. Juli 1976 ihr 10-jähriges Jubiläum feiern.

 

 

 

064066Gleich drei Feste hatten sich in Cappel vom 25. - 28. Juni 1976 abgespielt. Zugleich mit dem 1. Kreisfeuerwehrtag, nachdem sich die Kreise Marburg und Biedenkopf zusammengeschlossen hatten, beging die Cappeller Wehr in großem Rahmen ihr 50-jähriges Jubiläum, während die Jugendfeuerwehr Cappel auf eine 10-jährige Tätigkeit zurückblicken konnte. Nachdem die ganzen Vorbereitungen abgeschlossen waren, konnte man mit dem großem Feiern beginnen. Es hatten sich 107 Feuerwehren mit 1.675 Kameraden aus dem Landkreis, die meisten Brandmeister der 185 Gemeinden, 40 Kameraden unserer Partnerfeuerwehr aus Schonach und viele Ehrengäste angemeldet. Auf dem Hartsportplatz hatte man ein 3.000 Mann Zelt mit anschließendem Vergnügungspark aufgestellt.

 

067In der Delegiertenversammlung der Hessischen Jugendfeuerwehr am 26. Juni 1976 im Cappeler Bürgerhaus wurde Johann Kroboth zum neuen Landesjugendfeuerwehrwart gewählt. Damit war die die gesamte deutsche Feuerwehrjugend in Cappeler Hand.

Kreis Marburg-Biedenkopf      Heinz-Peter Gerber      Kreisjugendfeuerwehrwart
Land Hessen Johann Kroboth Landesjugendfeuerwehrwart
Bundesrepublik Georg Kühn Bundesjugendleiter

 

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Am 14. Dezember 1976 fand die 1. Jahreshauptversammlung der Marburger Feuerwehren im Bürgerhaus in Cappel statt.

Die Freiwillige Feuerwehr Marburg hatte nun nach der Eingemeindung 15 Stadtteilfeuerwehren.

 

 

Am 26. Oktober 1977 hatte Bereitschaftführer Peter Gerber und sein Stellvertreter Herbert Becker eine Alarmübung für die Bereitschaft III ausgearbeitet, von der aber sonst niemand etwas wusste. Alarmiert wurde zu einem Feuer in der Feldbergstraße. Dort brannte ein PKW. Die Cappeler Wehr war mit ihrem Tanklöschfahrzeug (TLF) natürlich recht schnell an der Einsatzstelle. Die Ortsteilfeuerwehren Ronhausen und Bortshausen kamen jeweils mit ihrem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF). Die Ortsteilfeuerwehr Moischt staunte nicht schlecht, als sie alarmiert wurde, aber ihr Feuerwehrauto nicht da war. Die Jugendfeuerwehr hatte sich dies ausgeliehen, um damit zum Schwimmen zu fahren. Da Feuerwehrleute ja im Allgemeinen Improvisationskünstler sind, entschloss man sich kurzer Hand, anstatt mit dem Löschgruppenfahrzeug (LF 8), mit einem Traktor und dem Tragkraftspritzenanhänger (TSA) zum Einsatz zu fahren. Wasser bekam man von einem Hydrant. Gleichzeitig baute man eine Wasserförderung über eine lange Wegstrecke auf und entnahm das Wasser aus dem Feuerlöschteich an der Umgehungsstraße. 

 

069Eine wesentliche Beschleunigung erfuhr die Alarmierung der Feuerwehren, nachdem am 28. November 1977 mit dem Bau eines 40 m hohen Funkmastes auf der Wehrshäuser Höhe begonnen wurde.

Über diese Relaifunkstelle (Kanal 466) sollten der gesamte Sprechfunkverkehr sowie die Alarmierung der Feuerwehren im Brand- und Katastrophenfall laufen. Dadurch konnten alle Feuerwehren im Landkreis von der Leitstelle Marburg alarmiert werden und hatten eine unmittelbare Verbindung mit dem im Einsatz befindlichen Rettungsfahrzeugen.

 

070Der Landkreis Marburg-Biedenkopf nahm, was die Ausrüstung seiner Feuerwehren mit modernsten Geräten anbelangt, in Hessen immer eine Spitzenstellung ein. Dies war am 26. April 1978 wieder der Fall. Da die Einsätze der technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen sich häuften, wurden nun auch die Stützpunktfeuerwehren Cappel und Biedenkopf mit einem hydraulischen Rettungsgerät ausgestattet. Nun waren alle Stützpunkt-feuerwehren (Marburg, Cappel, Kirchhain & Biedenkopf) im Landkreis mit diesen Gerätschaften ausgestattet, was in Hessen einmalig war. Auch heute noch werden die hydraulisch betätigten Rettungsgeräte „Spreizer und Rettungsschere“ noch in Erster Linie bei Verkehrsunfällen zur Rettung eingeschlossener oder eingeklemmter Unfallopfer, die sich nicht mehr selber aus ihrer Zwangslage befreien können, eingesetzt. Diese Geräte dienen z. B. zum Öffnen von deformierten Fahrzeugtüren oder zum Durchtrennen von Karosserieteilen wie Dachholme.

 

071Feuerwehr und DRK feierten am 03. Mai 1979 das Richtfest ihrer gemeinsamen Alarmzentrale. Hand in Hand, was die Alarmierung ihrer Einsatzfahrzeuge angeht, sollten die beiden großen Hilfsorganisationen der Stadt und des Landkreises Marburg-Biedenkopf, die Freiwillige Feuerwehr und das DRK, zusammen arbeiten. In einem Erweiterungsbau der Hauptfeuerwache in Marburg wurde die Leitstelle für den Kreis Marburg-Biedenkopf untergebracht.  Zwar haben die Freiwillige Feuerwehr und das DRK grundsätzlich verschiedene Aufgaben zu erfüllen, doch müssen sie in vielen Notfällen zusammenarbeiten. Diese Zusammenarbeit war in der Vergangenheit vereinzelt behindert worden, weil eine der beiden Einrichtungen von einem Notfall nicht benachrichtigt wurde, obwohl der Einsatz erforderlich gewesen wäre.

 

 

downloadZeitraum 1970 bis 1980

 

 

 

 

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