Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Cappel

Zeitraum 1970 bis 1980

 

Die Kameraden Georg Kühn, Leo Wißner und Werner Kuhl wurden von Vizepräsidenten Albert Brahm der luxemburgerischen Jugendfeuerwehr am 23. Januar 1970 besucht. Anlass war die Auszeichnung II Stufe des Luxemburgischen Feuerwehrverbandes für die Arbeit in der Jugendfeuerwehr auf internationaler Ebene.

 

In der Presse war am 11. Februar 1970 zu lesen, dass man sich an einer Besprechung auf ein einheitliches Alarmsystem der Freiwilligen Feuerwehr, der an das Fernsprechernetz Marburg angeschlossenen Gemeinden, einigte. Ein Gremium mit Landrat Dr. Vilmar, Kreisbrand-inspektor Heinrich Stenner und den Bürgermeistern und Ortsbrandmeistern aus Cappel, Wehrshausen, Marbach, Cölbe, Wehrda, Ginseldorf und Bauerbach kamen zu dieser Besprechung zusammen. Jede Gemeinde bekam ein Funkgerät FuG 7b und eine Sirenensteuerungsanlage. Die Alarmierung sollte in Zukunft über Funk erfolgen.

 

036

Ein lang gehegter Wunsch der Cappeler Kameraden ging in Erfüllung. Am 13. November 1970 wurden in die Cappeler Feuerwehrfahrzeuge Funkgeräte (Telefunken FuG 7b) eingebaut.

Diese Funkausrüstung war als ein wesentlicher Fortschritt der Verbesserung des Brandschutzes zu bezeichnen.

 

013

 

Das Brandschutzgesetz aus dem Jahr 1951 wurde am 01. Januar 1971 durch das „Gesetz über den Brandschutz und die Hilfeleistung der Feuerwehren (Brandschutzhilfeleistungsgesetz)“ ersetzt.

Entsprechend der zusätzlichen Aufgaben der Feuerwehren im Bereich der technischen Hilfeleistung wurden die Aufgaben der Feuerwehren in diesem Bereich jetzt auch im Gesetz geregelt.

 

 

Mit einer Verpflichtungserklärung verpflichtete sich unser Kamerad Hans-Heinrich Weise für 10-jährigen Dienst im Katastrophenschutz bei der Freiwilligen Feuerwehr Cappel. Mit einem Schreiben des Kreisausschuss vom 05. Januar 1971 wurde mitgeteilt, dass er vom Wehrdienst freigestellt war und sich stattdessen für den Katastrophenschutz verpflichtete. Dies sollte in der Feuerwehr Cappel nicht die einzigste Freistellung bleiben.

 

In der Feuerwehr bekamen die Cappeler Männer Anfang 1971 weibliche Konkurrenz. Passive Mitgliedschaften von Feuerwehrfrauen hatte es schon überall gegeben. Schließlich sind die Feuerwehrfrauen ohnehin an der Tätigkeit ihrer Männer beteiligt - zumindest mit ihrem Verständnis für deren schweren Aufgaben. Dass aber nun die Emanzipation der Frau auch vor dem aktiven Feuerwehrdienst nicht Halt machte, dies zeigte die Cappeler Wehr. Die neue Kameradin war die Feuerwehrfrau Carola Pasquay. Von Beruf war sie Hebamme und absolvierte in Kassel eine Sanitätsausbildung.

 

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In der Strumpffabrik Ergee in Neustadt kam es am 06. März 1971 zu einem Großbrand, bei dem einen Schaden von ca. 30 Millionen DM entstand. Unsere 29 Kameraden waren natürlich mit dabei und wurden für ihren Einsatz vom Landrat und dem Hessischen Innenminister in einem Brief gelobt und mit Dank bedacht.