023Chronik Freiwillige Feuerwehr Marburg-Cappel

 

 

1980-1990

 

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Birgit Weise  

Bei der Jahreshauptversammlung am 28. Januar 1981 wurden zwei neue Mitglieder der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übernommen.

Diese Übernahme war in zweifacher Hinsicht ein Jubiläum. Es wurde nicht nur das 50. Mitglied aus der Jugendfeuerwehr übernommen, sondern zum ersten Mal ein weibliches Mitglied aus dem eigenen Nachwuchs in die Einsatzabteilung integriert.

Wehrführer Peter Gerber verpflichtete mit Urkunde und Handschlag Birgit Weise auf die Satzung der Feuerwehr Marburg. 

 

Am 01. Juli 1981 übernahm der Kamerad Reiner Priemer das Amt als Jugendfeuerwehrwart. 
 

073074In der Cappeler Turnhalle des TSV auf dem August-Bebelplatz fand am 28. Februar 1981 eine öffentliche Faschingsfeier statt. Unter den etwa 380 Gästen befanden sich auch einige Kameraden der Feuerwehr Cappel. Im Geräteraum der Turnhalle stand eine Papptonne, die auf einmal in Brand geriet und einen Vorhang in Brand setzte. Unser Kamerad Willi Grebe zögerte nicht lange, riss den brennenden Vorhang herunter und versuchte ihn zu löschen. Doch das Feuer breitet sich in Windeseile aus. Alle Besucher dieser Veranstaltung verließen umgehend über die Fluchtwege und die Fenster die Turnhalle. Dabei wurden sieben Besucher verletzt, wobei zwei Besucher bei einem Sprung aus dem 3 m hohen Fenster komplizierte Brüche erlitten. Während der Kamerad Willi Grebe beim Brandherd blieb, eilten die anderen Kameraden zum Feuerwehrstützpunkt. Trotz des schnellen Eingreifens der Feuerwehr konnte nicht verhindert werden, dass die Turnhalle im Innenraum komplett abbrannte und einen Sachschaden von ca. 500.000,- DM verursachte.

 

 

075Eine neue Funkwerkstatt hatte Landrat Dr. Christian Wagner am 23. November 1981 im Feuerwehrstützpunkt Cappel offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Da die Stadt Marburg mit ihrem Messplatz voll ausgelastet war und keine weiteren Aufträge zur Wartung und Instandsetzung von Funkanlagen übernehmen konnte, hatte der Landkreis Marburg-Biedenkopf entschlossen, eine zweite Werkstatt mit den entsprechenden Gerätschaften im Cappeler Stützpunkt auszustatten. Die zwei Cappeler Kameraden Erwin Schott und Peter Bartelmeß wurden ausgebildet und übernahmen die Wartungsarbeiten. 

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Im Mai 1982 entwarf der Kamerad Manfred Ritter ein Logo, welches später einen Ehrenbierkrug verzieren sollte. Diese Logo ist heute in leicht abgewandelter Form das Wappen der Feuerwehr Cappel.

 

 

Bei den Grundlehrgängen, die seit 1968 bei der Feuerwehr Cappel stattfanden, wurden die Kameraden zu Truppmännern ausgebildet. Ein neuer Lehrgang sollte nun auch im Feuerwehrstützpunkt Cappel angeboten werden. So kam es, dass der 1. Truppführerlehrgang des Landkreises Marburg-Biedenkopf im August 1982 statt. 

 

Kamerad Alexander Debelius wurde am 22. Januar 1982 zum neuen Jugendfeuerwehrwart gewählt. 

 

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  Quelle: Google Maps  

Die Stadt Marburg beantragte im März 1982 beim Hessischen Straßenbauamt den Bau eines neuen Anschlusses an die B 3 in Höhe der Cappler Feuerwehr. Sie waren der Meinung, die Cappeler brauchen neben der Südspange (Kreuzung Beltershäuser Straße / Cappeler Straße zur B 3) noch eine Anschlussstelle direkt an die „Autobahn“. Die Cappeler Ortsbeiräte lehnten dies jedoch ab. Die Anschlussstelle kam zu einem späteren Zeitpunkt, aber zum Glück nicht direkt neben den dem Feuerwehrstützpunkt.

 

 

078Im Jahr 1983 bekam die Feuerwehr Cappel mal wieder ein neues Fahrzeug. Dieses Mal war es eine gebrauchte Drehleiter DL 18.

Somit war es nun möglich, bei Gebäuden eine Höhe bis 23 m zu erreichen, wo die tragbaren Leitern nicht mehr hinreichten. 

 

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Roth im Hochwasser  

Es kam wie es kommen musste. Schwere Stürme und Überschwemmungen lösten in Hessen Katastrophenalarm aus. Vor allem die Gemeinden Wetter, Roth, Argenstein und das Hinterland waren betroffen und regelrecht abgesoffen. Wasser wo man hinschaute nur Wasser. Die Nacht, in der die Katastrophe kam! Die Bewohner im Landkreis Marburg-Biedenkopf werden sich noch lange daran erinnern.

Zum ersten Mal seit Bestehen des Landkreises Marburg-Biedenkopf löste Landrat Dr. Christian Wagner am  07. Februar 1984 für das gesamte Kreisgebiet Katastrophenalarm aus. Mehrere tausend Hilfskräfte von Feuerwehr, der Bundeswehr, dem THW, der DLRG, dem DRK und der Polizei waren den ganzen Tag damit beschäftigt Sandsäcke aufzufüllen, gefährdete Stellen in den Gemeinden abzusichern und bereits vollgelaufene Keller leer zu pumpen. Die Wassermassen traten teilweise schon über die Dammkrone. Man registrierte an der Lahn einen Hochwasserpegelstand von 5,20 m. Die Kameraden der Feuerwehr Cappel fuhren in dieser Zeit 17 Einsätze und absolvierten 981 Einsatzstunden.

 

 

080081Am 04. Juli 1984 wurde ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 in der Feuerwehr Cappel in Dienst gestellt.

„Da die jetzige Ausrüstung dem neusten Stand der Technik entspreche, könne man nun die Brandschutzsicherung in Cappel als optimal bezeichnen.“ meinte der Brandschutzdezernent Dr. Dahlmanns bei der Übergabe des Fahrzeugs.  
 

Das Amt als Jugendfeuerwehrwart übernahm am 07. März 1985 der Kamerad Klaus Becker.

 
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Im März 1986 fand der 1. Sprechfunklehrgang in den Räumlichkeiten der Feuerwehr Cappel statt.

 

 

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Ein lang gehegter Wunsch ging in Erfüllung. Der bisherige Einsatzleitwagen aus dem Jahr 1969 wurde endlich ersetzt. Der neue Einsatzleitwagen ging am 15. Oktober 1987 in Dienst.  

 

Bereits im Jahr 1986 wurde ein Raum im Keller für die Jugendfeuerwehr hergerichtet.  Dieser wurde unter Mitarbeit der Jugendfeuerwehr der Raum in Eigenarbeit erstellt. Der neue Jugendfeuerwehrraum wurde mit Holz getäfelt, ein Fachwerk dargestellt, Schränke eingebaut und mit Tischen und Stühlen bestückt. Am 10. November 1987 wurde der neue Jugendfeuerwehrraum eingeweiht. Anlässlich dieser Feierstunde übergab der Wehrführer Peter Gerber den Kameraden der Jugendfeuerwehr für ihre Einrichtung eine Musikanlage, worüber sie sich sehr freuten.

 

084Das 60-jährige Jubiläum der Feuerwehr Cappel und das 20-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr wurden vom 14. - 15. Juni 1986 gefeiert. Dazu wurde ein Festzelt an die Fahrzeughalle angebaut, um mit vielen Gästen feiern zu können.

 

 

085086Oberbürgermeister Dr. Hanno Drechsler zeichnete unseren Wehrführer Peter Gerber am 11. Dezember 1987 mit dem „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ aus.

Diese Auszeichnung wurde zum ersten Mal an einen Cappeler Feuerwehrkameraden verliehen. Peter Gerber wurde in erster Linie für seine Tätigkeit beim Wiederaufbau des Brandschutzes ausgezeichnet.  

 

Das Eintrittsalter der Jugendfeuerwehr wurde ab 1988 von 12 auf 10 Jahren herabgesetzt.

 

In den 80er Jahren wechselte zum vierten Mal das Amt als Jugendfeuerwehrwart. Dieses Amt übernahm am 22. Januar 1988 nun der Kamerad Karl-Heinz Brand.

  

087Die Gemeinschaft der Cappeler Bürger gestalteten die 850 Jahrfeier der Gemeinde Cappel in der Zeit vom 31. Mai - 04. Juni 1989. Zu einem der Höhepunkte der 850-Jahrfeier wurde der große Festzug am 04. Juni 1989. Dieser hatte eine Länge von etwa zwei Kilometern. Rund 5.000 Zuschauer säumten die Straßen, um den mit 80 Wagen und Gruppen sowie neun Musikkapellen und Spielmannszügen, bisher größten Festzug in Cappel beizuwohnen. Die Feuerwehr Cappel beteiligte sich an diesem Festzug mit ihrer Gespann-, Handdruck- und Saugspritze aus dem Jahr 1880, die Kameraden der Einsatzabteilung in alter Uniform sowie der Jugendfeuerwehr.

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Im Jahr 1989 hatte Cappel bereits 6.560 Einwohner. Durch die wachsende Einwohnerzahle vergrößerte sich natürlich auch das Einsatzgebiet der Feuerwehr Cappel.

 

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