Feuerwehr
Marburg - Cappel

Historisches

Unternehmen Sie eine Reise in die Vergangenheit. Wir haben neben unserer Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Cappel seit 1926 und der Chronik des Stadtteils Cappel seit 1450 auch einige andere interessante geschichtliches für Sie aufbereitet.

023Chronik Freiwillige Feuerwehr Marburg-Cappel

 

1990-2000

 

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Werner Fischer  

Am 19. Januar 1990 kam es in der Feuerwehr Cappel zu einem Führungswechsel.

Für den Kameraden Peter Gerber, der wegen Erreichens der Altersgrenze aus seinem Amt als Wehrführer ausschied, wählten die Mitglieder der Einsatzabteilung ihren Kameraden Werner Fischer zum neuen Wehrführer und damit auch gleichzeitig auch zum Vereinsvorsitzenden des Feuerwehrvereins.  

 

 


Bei der Jahreshauptversammlung 1990 konnte bereits das 75. Jugendfeuerwehrmitglied in die Einsatzabteilung übernommen werden.

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Die Cappeler Jugendfeuerwehr feierte vom 16. - 17. August 1991 ihr 25-jähriges Jubiläum.

 

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Dieter Weber  

Einer für alles, Sanitäter und Feuerwehrmann, Dieter Weber wurde Chef der Rettungsleitstelle.

Ab dem 01. August 1992 übernahm der Kamerad Dieter Weber die Leitung der Leitstelle und hatte somit die Fäden bei allen Rettungs-, Brand- und Katastropheneinsätzen im Landkreises Marburg-Biedenkopf in der Hand. Er war viele Jahre Rettungsdienstleiter beim DRK und Kamerad in der Feuerwehr Cappel. Somit war er für diesen Posten sehr qualifiziert.

 

 

094095Ein Großbrand verwüstete drei Scheunen in Illschhausen. Am 03. Januar 1993 wurde die Feuerwehr Cappel zu einem Großbrand nach Illschhausen alarmiert. Von weitem sah man schon einen hellen orangefarbigen Himmel, der durch das große Feuer mit meterhohen Flammen erzeugt wurde. Das Feuer war in einer Fachwerkscheune ausgebrochen und griff in Windeseile auf zwei benachbarte Fachwerkscheunen über. Die Anwohner und die Tiere aus den Stallungen konnten rechtzeitig gerettet werden. Dem Brand vielen jedoch zahlreiche Landmaschinen, Werkzeuge und Futtervorräte zum Opfer. 80 Feuerwehrkameraden waren im Einsatz und konnten zum Glück das Übergreifen auf die Wohnhäuser verhindern. Der Sachschaden wurde vorsichtig auf etwa eine Million DM geschätzt. Nicht, dass man mit dem Feuer genug Arbeit hatte, nein die eiskalten Temperaturen machten einem enorm zu schaffen. Das Löschwasser gefror in kürzester Zeit und verwandelte die Straßen in eine reinste Eisfläche. Durch die Kälte war man sehr schnell durchgefroren. Die Nachbarn baten ihre Heizungsräume zum Aufwärmen an und versorgten uns mit Verpflegung.

 

An der Jahreshauptversammlung am 22. Januar 1993 wurde der Kamerad Detlef Strauß zum neuen Jugendfeuerwehrwart gewählt. 

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Im Jahr 1993 wurde der Cappeler Feuerwehr ein neuer Mannschaftstransportwagen (MTW) übergeben.

 

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Dietrich Möller  

 

Am 01. Juli 1993 wurde Dietrich Möller zum neuen Oberbürgermeister und Brandschutzdezernenten der Stadt Marburg gewählt. 

 

 

 

098Nachdem im Feuerwehstützpunkt Cappel die Feuerwehrkameraden die Lehrgänge Grundlehrgang, Sprechfunklehrgang und Truppführerlehrgang absolvieren konnten, kam nun ein Seminar hinzu. Das erste Seminar für Motorsägenführer in Marburg wurde im November 1993 abgehalten. Mit Unterstützung vom Forstamt Cappel, des Marburger Bauhofs und des Städtischen Garten- und Friedhofsamtes konnten die Feuerwehrkameraden aus Cappel und Moischt den Motorsägen-Führerschein absolvieren. Als Ausbilder für dieses Seminar stand unser Kameraden Detlef Strauß zur Verfügung.

 

099100Am 18. Juli 1994 kam es zu einem Großbrand in der Deutschen Fernsprecher Gesellschaft (DFG) in der Frauenbergstraße. Das Feuer brach nachts um 3 Uhr im Hochregallager aus. Sechs Gebäude auf dem Gelände der DFG waren von dem Feuer betroffen. Drei wurden von dem Feuer vollkommen, die anderen drei teilweise zerstört. Es kam zu einem Sachschaden von geschätzten 20 Millionen DM. Mehr als 24 Stunden dauerte der Einsatz von rund 130 Feuerwehrleuten. Beim Großbrand waren die Feuerwehren Feuerwehr Marburg Mitte, Ockershausen, Cappel, Marbach und Michelbach beteiligt, die sich bei der Brandbekämpfung abwechselten. Die Berufsfeuerwehr Frankfurt rückte mit einem Messfahrzeug an um die schwarze Rauchwolke, die bis Gießen wahrnehmbar war, zu analysieren. Die Anwohner wurden durch Lautsprecherwarnungen und Rundfunkmeldungen gebeten, die Türen und Fester in diesem Bereich geschlossen zu halten. Das Messergebnis ergab einen Messwert unterhalb der Grenzwerte. Eine Feuerwehrfrau wurde mit einer schweren Rauchvergiftung im Klinikum behandelt, acht weitere Einsatzkräfte erlitten leichte Rauchvergiftungen.

 

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Wilfried Kördel  

Nachdem die Kameraden seit der Nacht mit der Brandbekämpfung beschäftigt waren wurden sie gegen Mittag abgelöst, denn man hatte noch einen äußerst wichtigen aber traurigen Termin wahrzunehmen. Es stand die Beerdigung von unserem Kameraden Wilfried Kördel an, dem wir das letzte Geleit gaben. Wilfried war seit 1982 Angehöriger der unserer Feuerwehr, Gruppenführer der 2. Gruppe und Kreisausbilder Sprechfunk.

Er verstarb plötzlich und unerwartet mit 39 Jahren. Abends fanden sich einige Kameraden zusammen, um eine Brandwache bei der DFG bis Morgens sicherzustellen. 

 

Am 01. April 1995 ging der Betrieb der Zentralen Leitstelle vom Landkreis auf die Stadt Marburg über, die Fachaufsicht blieb beim Landkreis und die Bereitstellung des Personals oblagt der Stadt Marburg. Die Zentrale Leitstelle wurde mit einem Einsatzleitsystem ausgestattet, um die Zusammenarbeit der zentralen Leitstelle mit den Einsatzstellen zu sichern. Den Feuerwehren wurde das Funkmeldesystem (FMS) vorgestellt, welches von vielen Feuerwehren auch beschafft wurde.

 

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Am 28. April 1995 kam es in einem Squash-Center in Marburg zu einem Großbrand. Im 1. Obergeschoss wurden vier Kameraden, die sich bei der Innenbrandbekämpfung befanden, von einer Durchzündung dem sogenannten Flashover überrascht. Zwei Kameraden erlitten schwerste Brandverletzungen 2. und 3. Grades, von bis 63 % der Hautoberfläche und mussten in Spezialkliniken für Brandverletzungen gebracht werden. Sie kämpften lange ums Überleben und haben es „Gott sei gedankt!“ geschafft.

 

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 Friederike Rösch  

Bei der Jahreshauptversammlung am 19. Januar 1996 konnten wir die dritte Feuerwehrfrau in der Geschichte der Cappeler Feuerwehr in unsere Reihen aufnehmen.

Dies war ein bedeutender Tag, denn seit diesem Zeitpunkt finden immer mehr Feuerwehrkameradinnen den Weg zu uns. Unsere neue Kameradin war Friederike Rösch. Sie kam aus Freiburg um in Marburg Jura zu studieren.

 

 

 

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Als erste Feuerwehr in Hessen erhielten die Marburger Feuerwehren im März 1996 die neuen Schutzanzüge „Modell Hessen“. Mit einem Gesamtbetrag von ca. 370.000,- DM wurde die Beschaffung der Schutzanzüge für alle Marburger Feuerwehrkameraden durch die Stadt Marburg finanziert.

Anlass hierfür war der Brand im April 1985 beim Squash-Center.

 

 

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Am 11. September 1996 wurde das neue Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 bei der Firma Schlingmann in Dissen abgeholt. In den darauf folgenden Tagen wurde das Fahrzeug mit feuerwehrtechnischem Gerät beladen.

Zum 70-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Cappel und 30-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr Cappel wurde das Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 am 21. September 1996 feierlich übergeben und offiziell in Dienst gestellt. 

 

107108Ein schwerer LKW Verkehrsunfall ereignete sich gegen 23 Uhr am 12. August 1997 auf der B 3 an der Kreuzung am Kieswerk. Ein LKW stand wartend an der roten Ampelwährend ein folgender LKW strotz Vollbremsung auffuhr. Der laute Knall war bis nach Niederweimar zu hören und schreckte dort die Anwohner aus ihrem Schlaf auf. Das Fahrerhaus wurde stark deformiert und der Fahrer eingeklemmt sowie lebensgefährlich verletzt. Beide LKW kamen durch den schweren Aufprall von der Straße ab und rutschten auf das angrenzende Feld. Die Kameraden der Feuerwehren Cappel, Niederweimar und Argenstein benötigten über eine Stunde um den 42-jährigen verletzten LKW Fahrer aus seiner Zwangslage zu befreien. Die Straße konnte nach umfangreichen Bergungsarbeiten morgens um 4 Uhr wieder frei gegeben werden.

 

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Nach einer gemeinsamen Übung, des 3. Zuges der Feuerwehren Cappel, Ronhausen, Bortshausen und Moischt, wurde das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 am 25. April 1998 an die Feuerwehr Cappel übergeben.

 

  

110111Da die Cappeler Feuerwehr dafür bekannt ist, Feste zu feiern und auszurichten, beschloss man am 26. September 1998 das 1. Cappeler Oktoberfest in der Fahrzeughalle der Feuerwehr Cappel auszurichten. Dazu wurde die Fahrzeughalle typisch bayrisch geschmückt. Für das leibliche Wohl wurden bayrische Spezialitäten sowie Oktoberfestbier ausgegeben. Dies wurde ein Riesen Erfolg und findet seit dem jedes Jahr am letzten Samstag im September statt. 

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Bei der Jahreshauptversammlung am 15. Januar 1999 sicherte der Brandschutzdezernent und Oberbürgermeister Dr. Dietrich Möller den, schon im Jahr 1995 beantragten, Rüstwagen RW 1 zu. 

 

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Die Amtszeit von Stadtbrandinspektor Karlheinz Merle lief aus Altersgründen aus. In bewährter Weise sollten die Aufgaben des Stadtbrandinspektors als Leiter der Marburger Feuerwehren und die Leitung des städtischen Brandschutzamtes wieder in einer Person gebündelt werden. Dabei war das Anforderungsprofil recht anspruchsvoll, ging man davon aus, dass sie bis heute eine der größten Freiwilligen Feuerwehren Hessens ist.

An der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren Marburg kam es am 25. März 1999 zur Wahl des neuen Stadtbrandinspektors. Der amtierende Stadtbrandinspektors Karlheinz Merle übergab sein Amt zum 01. April 2000 dem mit absoluter Mehrheit gewählten Kameraden, Werner Fischer. Dieser war zehn Jahre lang Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Cappel.

 

013Am 01. Juli 1999 trat das „Hessische Gesetz über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (HBKG)“ in Kraft, dass neben vielen geänderten Regelungen für den Bereich Brandschutz und Allgemeine Hilfe nun auch das bis dahin eigenständige Hessische Katastrophenschutzgesetz integrierte. Im HBKG ist unter anderem geregelt, welche Aufgaben das Land Hessen, die jeweiligen Landkreise und die Städte und Gemeinden zu erfüllen haben, damit die Aufgaben im Brand- und Katastrophenschutz auch erfolgreich bewältigt werden können. Das Gesetz regelt aber auch die Aufgaben der Feuerwehren, die Rechte und Pflichten der Feuerwehrangehörigen und auch die Pflichten der Bevölkerung. Letzteres ist wohl am wenigsten bekannt.

 

114Der große Jahreswechsel steht an und das Millennium 2000 steht vor der Tür. In der Millenniums-Laune mischte sich aber auch die Sorge vor dem Computerproblem 2000 und eventuellen Strom- und Geräteausfällen. Feuerwehren und Rettungsdienste waren jedoch zur Silvesternacht gerüstet. Sämtliche Feuerwehrstützpunkte im Landkreis wurden mit Meldestellen besetzt. Zum Jahreswechsel stellte die Feuerwehr Cappel die Einsatzbereitschaft im Rahmen einer Silvesterfeier im Feuerwehrstützpunkt mit über 25 Kameraden der Einsatzabteilung sicher. Die Kameraden feierten mit ihren Familienangehörigen, Freunden und Vereinsmitgliedern von 20 Uhr am 31. Dezember 1999 bis morgens um 06 Uhr am 01. Januar 2000 im dekorierten Schulungsraum. Es blieb eine ruhige Nacht ohne Einsätze für die Feuerwehr Cappel.

 

downloadZeitraum 1990 bis 2000

 

 

 

 

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