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Grundsteinlegung Neubau Feuerwehr Marburg-Cappel

Grundstein für Neubau ist gelegt

Deutlich sichtbar sind die Fortschritte beim Neubau der Feuerwehr in Cappel. Aktuell geht es vor allem mit den Rohbauarbeiten voran. Um das Gebäude auf ein gutes Fundament zu stellen und gute Wünsche für die Zukunft mit zu verbauen, hat die Stadt Marburg jetzt zusammen mit der Feuerwehr und den Bauleuten den Grundstein gelegt.

  Grundsteinlegung Feuerwehr Marburg-Cappel

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (3.v.r.), Bürgermeisterin Nadine Bernshausen (2.v.r.) und Stadträtin Kirsten Dinnebier (4.v.r.) haben gemeinsam mit Feuerwehrchefin Carmen Werner (v.r.), Ortsvorsteher Peter Hesse, Wehrführer Dominik Wagner, dem stellvertretenden Feuerwehrchef Andreas Brauer, Hochbauleiter Thomas Kutsch und Marc Prause, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehren, den Grundstein gelegt.

 

Den Spatenstich für den neuen Feuerwehrstützpunkt in Cappel haben Vertreter*innen von Stadt und Feuerwehr im Juli 2021 gesetzt. Nun ist ein weiterer Meilenstein erreicht: Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Bürgermeisterin Nadine Bernshausen und Stadträtin Kirsten Dinnebier haben gemeinsam mit Bauleuten und Feuerwehrangehörigen den Grundstein gelegt.

„Das Engagement, das die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren für ihre Mitmenschen leisten, ist unbezahlbar“, sagt OB Spies bei der feierlichen Grundsteinlegung. „Umso wichtiger ist es, dass wir den Feuerwehrleuten gute Bedingungen für ihre Arbeit und ihre Einsätze bieten – dazu wird in Zukunft auch der lang ersehnte Neubau des Feuerwehrstützpunktes in Cappel beitragen.“ Als Trainings- und Ausbildungszentrum werde das Gebäude nicht nur für die Cappeler Wehr ein wichtiger Übungsort, beispielsweise für Höhenrettung. „Das Gebäude wird Maßstäbe setzen“, verspricht der Feuerwehrdezernent Spies.

 

Rohbau soll bis Herbst fertig sein

Seit dem Spatenstich haben die Baufirmen große Mengen Erde bewegt und die Gründungssohle vorbereitet, auf die dann die Fundamente des Neubaus des Feuerwehrstützpunktes aufgebaut wurden. Die Entsorgungsleitungen sind zum größten Teil schon in der Erde, das Gebäude wächst in die Höhe: Die Rohbauarbeiten sind vorangeschritten. Beim Hauptgebäude ist das Erdgeschoss bereits soweit, dass die Vorbereitungen für die Decke und das Dach über dem Erdgeschoss laufen. Bei der offenen Fahrzeug- und Lagerhalle erfolgt bald der Ausbau im Stahlbau. „Die Arbeiten am Rohbau, für die Fenster und das Dach sind schon beauftragt. Plan ist, dass bis zum Winter der Rohbau steht und die Arbeiten an Fenster und Dachabdichtung soweit vorangeschritten sind, damit es dann nahtlos mit dem Innenausbau weitergehen kann“, erklärt Stadträtin Kirsten Dinnebier, die den Hochbau verantwortet. Die Ausschreibungen für den Innenausbau werden aktuell vorbereitet und sollen kurzfristig auf den Weg gebracht werden. „Das Gebäude wächst täglich. Wir freuen uns, dass es nun so vorangeht und wünschen der Feuerwehr, dass die Kameradschaft hier nach der Pandemie wieder richtig neu aufleben kann“, so Ortsvorsteher Peter Hesse.

Der Neubau entsteht an der Ortsumgehung von Cappel, direkt neben der Hessischen Landesjugendfeuerwehrschule. Abgestimmt ist das Konzept mit Bauamt, Fachdienst Brandschutz, dem Wehrausschuss der Cappeler Feuerwehr und dem Beauftragten für Arbeitssicherheit der Feuerwehren. Gebaut wird ein größtenteils zweigeschossiger Gebäudekomplex. Es gibt einen L-förmigen Hauptbau mit Räumen für Einsatz- und Übungsabwicklung, Schulungs- und Verwaltungsräumen sowie dem neuen Ausbildungs- und Trainingszentrum – alles auf insgesamt 2375 Quadratmetern. Die geschlossene Fahrzeughalle mit sieben Stellplätzen ergänzt den Baukörper in südöstlicher Richtung. Außerdem ist an den Übungshof eine offene Fahrzeughalle mit einem Lager angegliedert. 

 

Grundsteinlegung Feuerwehr Marburg-Cappel

Als Grundstein für den Feuerwehrstützpunkt in Cappel dient eine Kapsel mit der tagesaktuellen Zeitung, Fotos des Spatenstichs und der Feuerwehrkamerad*innen, Münzen und Urkunden. Wehrführer Dominik Wagner füllt sie gemeinsam mit OB Dr. Thomas Spies sowie (v.r.) Stadträtin Kirsten Dinnebier, Bürgermeisterin Nadine Bernshausen, Hochbauleiter Oliver Kutsch und dem stellvertretenden Feuerwehrchef Andreas Brauer. (Fotos: Patricia Grähling, Stadt Marburg)

 

Ein besonderer Hingucker wird der Übungsturm. Er wird den bisherigen Übungsturm an der Hauptfeuerwache ersetzen. Dieser ist wegen Bauschäden nur eingeschränkt nutzbar und muss mittelfristig abgerissen werden. Das Trainingszentrum selbst gliedert sich in mehrere Bereiche, die zum Teil auch Bedarfe anderer Marburger Wehren decken sollen. Auch eine Waschhalle für Fahrzeuge wird hier eingerichtet.

„Hier wird ein besonderer Baustein für die Feuerwehrarbeit in Marburg geschaffen“, freute sich Feuerwehrchefin Carmen Werner. Das Training in der Fläche werde auch in Ortsteilen immer schwieriger. Früher sei noch oftmals ein Brandszenario am Haus eines Nachbarn geprobt worden, der es zur Verfügung stellte. Das sei aber immer seltener möglich. „Deswegen wird es hier Gelegenheit geben, solche Szenarien zu üben – ebenso wie das Absichern und der Einsatz von Leitern.“ Cappels Wehrführer Dominik Wagner ergänzte: „Es mag bisher das teuerste Bauprojekt im Feuerwehrbereich in Marburg sein. Aber wir werden diese Investition um ein Vielfaches zurückgeben.“

 

Klimaschutzaspekte beim Neubau im Fokus

Insgesamt wird das Gebäude nach dem Energiestandard Effizienzgebäude 55 errichtet. Die CO2-Emissionen fallen somit etwa 40 Prozent niedriger aus, als es der Mindeststandard des aktuellen GEG (Gebäudeenergiegesetz) erlaubt. Damit folgt die Stadt den Bestrebungen, die die Stadtverordnetenversammlung im Klimaaktionsplan 2030 festgelegt hat. Die Dachflächen in Cappel werden für eine Kombination aus Photovoltaik und Dachbegrünung genutzt. Dreifach verglaste Fenster mit Raffstoreanlagen als sommerlicher Wärmeschutz, Erdwärmepumpe, LED und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung tragen ebenso dazu bei, den notwendigen Neubau möglichst klimafreundlich umzusetzen, so die Bürgermeisterin.

 

Finanzielle Förderungen für den Neubau

Das Hessische Ministerium des Innern und für Sport fördert den Neubau des Feuerwehrhauses mit 498.400 €. Über den Hessischen Investitionsfonds und die KfW gibt es zinsgünstige beziehungsweise zinslose Darlehen mit der Möglichkeit zu Zuschüssen. Voraussichtlich kann die Stadt Marburg so bis zu rund 1 Million Euro Förderung einwerben. Insgesamt werden die Kosten für den Neubau auf rund 10 Millionen Euro geschätzt. Geplant ist die Fertigstellung und Übergabe an die Feuerwehr für das vierte Quartal 2023. Sowohl die Kosten als auch die Zeitplanung können sich pandemiebedingt noch ändern.

 

Text und Bild: Patricia Grähling Stadt Marburg

 

Alle Hintergrundinformationen zu den bisherigen Planungen und Vorbereitungen zum Neubau finden Sie in unserem Baustellentagebuch

 


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