Heiliger Florian

 

FlorianWer kennt nicht den heiligen Florian? Zusammen mit Christophorus und Johannes Nepomuk gehört der Schutzpatron vor Feuergefahr zu den Heiligen, die man in Osterreich am häufigsten antrifft. Und nicht nur auf Abbildungen, wo man ihn mit einem Wasserkübel ein brennendes Haus löschen sieht.

 

FLORIAN - ein Begriff, dessen Verwurzelung mit der Feuerwehr viele Jahrhunderte zurückreicht. In vielen Feuerwehrgerätehäusern kann man den heiligen St. Florian antreffen. Er findet seinen Platz als Wandbild, Statur, Abbildung auf einem Wandteller, Urkunden oder Feuerwehrfahnen.

Jedermann weiß dass der heilige Florian der Schutzheilige der Feuerwehr ist, jeder kennt den sinnigen Spruch, der auch heute noch vorwiegend im alpenländischen Raum von mancher Hauswand prangt: "Heiliger St. Florian, verschon mein Haus, zünd andre an".

Jedes Feuerwehrfahrzeug hat seinen eigenen festgelegten Funkrufnamen. Der Name Florian ist Bestandteil des Funkrufnamens, mit Angabe der Ortsbezeichnung und des Fahrzeugs.

Taucht jedoch eine Frage nach näheren Einzelheiten in der Geschichte des heiligen Florian auf, können die wenigsten eine zufrieden stellende Antwort, geschweige denn erschöpfende Auskunft geben. Die Popularität des heiligen Florian und auch ein gewisses Maß an Ehrerbietung, das ihm jeder, der sich selbst als "Floriansjünger" bezeichnet, entgegenbringen sollte, ist auch für uns Grund genug, seiner zu gedenken, über ihn zu schreiben und ihn auf diese Weise zu ehren.

 

Florian ist eine Namenbildung von der großen lateinischen Wortfamilie "florere" = blühen und bedeutet: "der Blühende, der Mächtige". Florian ist Landespatron von Oberösterreich, Schutzheiliger von Bologna, St. Florian, Krakau; Standespatron der Feuerwehr, Bierbrauer, Böttcher, Schornsteinfegern, Gärtnern, Töpfern, Schmieden und den Seifensieder. Er wird angerufen gegen Dürre, Unfruchtbarkeit der Felder und gegen Wassergefahr, vor allem aber gegen Feuernot; er ist ein vielverehrter Volksheiliger Bayerns.

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Der heilige Florian wurde zu nicht näher bestimmten Zeit in Cannabiaca geboren und starb am 4. Mai 304 n. Chr. im heutigen Lorch an der Enns in Österreich. Daher hat der Name Florian jedes Jahr am 4. Mai seinen Namenstag.

 

Florian war der Überlieferung aus dem 8. Jahrhundert nach Amtsvorsteher des Statthalters der römischen Provinz Ufernoricum, Aquilinus. Nach seiner Pensionierung - möglicherweise erfolgte sie, weil Florian Christ geworden war - lebte er in Aelium Cetium - dem heutigen St. Pölten in Österreich.

 

Zu seiner Zeit war das Christentum noch keine anerkannte Religion und die römischen Herrscher ließen Christen verfolgen.
40 Christen wurden zu dieser Zeit im heutigen Lorch durch den ehemaligen Vorgesetzten Florians gefangen genommen. Sie wurden gefoltert und eingesperrt.
Florian erfuhr davon und reiste ebenfalls nach Lorch. Er war selbst Christ und wollte den Gefangenen vor seinem ehemaligen Vorgesetzten Aquilinus beistehen. Doch auch Florian wurde verhaftet, da er sich weigerte dem Christentum abzuschwören. Er wurde gefoltert, unter Anderem wurden ihm die Schulterblätter mit geschliffenen Eisen zerschlagen, und schließlich zum Tode verurteilt. Er sollte mit einem Mühlstein um den Hals von einer Brücke in die Enns geworfen werden. Die 40 Bekenner starben im Kerker.

 

florian3Die Überlieferung berichtet, dass zunächst niemand bereit war, die Hinrichtung an Florian zu vollziehen. Schließlich stieß ein Soldat ihn doch mit einem Mühlstein um den Hals ins Wasser; als er dem Ertrinkenden nachschauen wollte, erblindete er - in der Überlieferung des 5. Jahrhunderts erblindete allerdings nicht der Henker, sondern Florian. Florian sei dann wieder aufgetaucht, die Leiche von den Wellen auf einen Felsen geworfen und von einem Adler bewacht worden, um sie vor Schändung durch die Heiden zu bewahren.

In der folgenden Nacht erschien Florian demnach Valeria, einer frommen Frau, mit der Aufforderung, ihn zu bestatten, was diese auf ihrem Landgut umgehend tat. Die Ochsen, die den Leichnam beförderten, seien vor Durst völlig ermattet, worauf auf wunderbare Weise eine Quelle entstand - der noch heute fließende Floriansbrunnen.

 

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Die noch heute fließende Quelle entspingt dem Florianbrunnen der sich bei der Stiftsbasilika & Kirche St. Johann in St. Florian in Österreich befindet.

 

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Über der Grabstätte des heiligen Florians ist heute ein Kloster erbaut, das Augustiner-Chorherrenstift St. Florian in Österreich.

Die 40 Christen die im Kerker starben wurden in Lorch an der Enns in Österreich beigesetzt.